
Die Diagnose ist Osmose
Da entdeckten wir einige Blasen im Unterwasserschiff die etwas sauer schmeckten. Also Osmose, nicht viel, aber da. Für fachlichen Rat haben wir dann unseren Freund den Bootsbaumeister Ralf Weise gefragt, was wir nun machen sollen. Er riet uns zum kompletten Neuaufbau. Das heißt: altes Antifouling und Gelcoat runter, dann 500 my Epoxy, dann Primer und neues Antifouling.
Also wartet ein Haufen Arbeit auf uns. Aber die macht man ja hoffentlich nur einmal im Leben. Grob geschätzt hat das alles 900 € gekostet. Wir sind zwar keine Fachkräfte, haben aber beide etwas handwerkliches Geschick. Ich schreib mal auf, wie ich das geplant und gemacht habe, mit praktischen Tipps und Tricks.
Frisch ans Werk – Der Plan
Rühren, Rollen und Schleifen

Wir haben die Aufgabe 10 Kilo Epoxidharz auf das Boot zu bringen. Es gilt eine Schichtstärke von 500 my zu erreichen, das sind ca 14 Schichten. Die erste Lage haben wir bei 14° gemacht. Zum Abend wurde es schnell kalt und es dauerte fast eine Woche, bis das Harz klebfrei war. Das habe ich dann angeschliffen und eine weitere Schicht aufgebracht. Ich habe immer 20 Hübe angesetzt, das sind ca 250g. Für das ganze Unterwasserschiff habe ich jeweils drei Ladungen gebraucht. Ich habe das Harz jeweils mit Pigmentpaste eingefärbt, das hilft den Überblick zu behalten.
Als Harz haben wir das West-System genommen. Bis 18° mit schnellem Härter, darüber mit dem langsamen. Über 20° wird es auch schnell dünnflüssig. Als Rollen haben sich die Velour-Modelle von SVB bewährt, zwei Stück zu 2,50 €. Alles Andere vom Baumarkt lösen sich auf und hinterlassen Teile im Anstrich,die man wegschleifen muss.
Das „Zwischendurch-Schleifen“ ist schon wichtig. Der Hersteller empfhielt einen solchen, wenn mehr als zwölf Stunden vergangen sind. Das ist aber alles temperaturabhängig.
Zum Schleifen haben wir eine kleine „Schleifmaus“ aus dem Baumarkt. Die ist nicht so schwer wie ein Exenterschleifer. Mir 80er Papier lassen sich Unebenheiten schnell beseitigen.
Dann gibt es noch den Multi-Schleifer mit Akku. Geht für rundes, rechteckiges und dreieckiges Schleifpapier.
Insgesamt haben wir zehn Schichten klares Epoxy aufgebracht. Nach der dritten Schicht wurde mit Epifanes 2K-Filler gespachtelt. Bei mehr als 12 Stunden zwischen den Lagen wurde vorher noch geschliffen.
Wenn das Epoxy ausgehärtet ist, sieht das so aus.
Eigentlich hat der Ansatz mit Härter 206 (der Langsame) eine Topfzeit von ca 25 Minuten (bei 18°). Das gilt aber nicht, wenn die Mischung wie hier in einer Dose ist. Da fängt es schon nach fünf Minuten an zu gelieren. Das steht auch alles im Kleingedruckten auf den Beipackzetteln.
Der Bugkorb war ursprünglich mit einlaminierten M6-Muttern verschraubt. Das war alles lose und wir haben sie entfernt. Die Löcher haben wir gesäubert und mit angedicktem Epoxy verschlossen. Dann haben wir Niro-Einschraubmuttern eingesetzt. Und das Kabel für die Positionsleuchte läuft jetzt durchs Rohr.



















